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Indikation

Eine Hüftendoprothese wird eingesetzt, wenn das Hüftgelenk durch Verschleiß oder andere Erkrankungen so stark geschädigt ist, dass Schmerzen, Bewegungs­einschränkungen und ein deutlicher Verlust an Lebensqualität bestehen. Die Entscheidung für eine Operation erfolgt individuell und nach sorgfältiger Abwägung aller Therapieoptionen.

Ursache der Arthrose

Die häufigste Ursache für den Gelenkverschleiß (Coxarthrose) ist der natürliche Alterungsprozess. Daneben können Fehlstellungen, frühere Verletzungen, Durchblutungsstörungen des Hüftkopfes, entzündliche Erkrankungen (z. B. Rheuma) oder Überlastungen durch Sport und Beruf die Entstehung beschleunigen.

Diagnose

Bildgebende Verfahren

Für die Diagnostik stehen moderne Verfahren zur Verfügung. In der Regel erfolgt zunächst eine Röntgenaufnahme, mit der das Ausmaß der Arthrose zuverlässig eingeschätzt werden kann. Ergänzend können MRT- oder CT-Untersuchungen sinnvoll sein, insbesondere bei unklaren Befunden oder zur OP-Planung.

Pathomorphologie

  • Gelenkspaltverschmälerung
  • Knöcherne Anbauten
  • Sklerose
  • Zysten (Geröllzysten)
Röntgenaufnahme einer Coxarthrose im Albertinen Endoprothetikzentrum in Hamburg
Röntgenbild eines Hüftgelenks mit Coraxarthrose

Therapie

Konservative Therapie

Bevor eine Operation erwogen wird, werden zunächst nicht-operative Maßnahmen ausgeschöpft. Dazu gehören:

  • Physiotherapie zur Kräftigung und Verbesserung der Beweglichkeit
  • Schmerz- und Entzündungsmedikamente
  • Infiltrationen (Spritzen ins Gelenk)
  • Bewegungsanpassung und Gewichtsreduktion
  • Hilfsmittel wie Gehstützen oder Pufferabsätze

Diese Maßnahmen können Beschwerden lindern, die Arthrose jedoch nicht aufhalten.

Operative Therapie

Wenn die konservative Behandlung keine ausreichende Besserung mehr bringt und die Lebensqualität erheblich eingeschränkt ist, stellt die Implantation einer Hüftendoprothese die wirksamste Therapie dar. Ziel der Operation ist es, Schmerzen nachhaltig zu beseitigen, die Beweglichkeit wiederherzustellen und die Mobilität langfristig zu sichern.

Prothesentypen

Es stehen verschiedene Prothesentypen zur Verfügung, die je nach Alter, Knochenqualität und individueller Situation ausgewählt werden:

Zementfreie Prothesen

Wachsen fest im Knochen ein, besonders geeignet bei guter Knochenqualität

Zementierte Prothesen

Werden mit Knochenzement fixiert, bewährt insbesondere bei reduzierter Knochenqualität

Röntgenaufnahme einer Standardprothese für ein Hüftgelenk im Albertinen Endoprothetikzentrum in Hamburg
Röntgenaufnahme einer Standardprothese eines Hüftgelenks

Hybridprothesen: Kombination aus zementierter und zementfreier Verankerung

Es gibt Hybrid-Varianten, bei denen nur ein Teil zementiert wird, während der andere Teil zementfrei im ‚Pressfit‘-Verfahren verankert wird. Zum Beispiel kann die Pfanne im Pressfit-Verfahren und der Schaft zementiert werden, oder umgekehrt: der Schaft im Pressfit-Verfahren und die Pfanne zementiert.

Kurzschaftprothesen: gewebeschonende Variante, vor allem für jüngere Patientinnen und Patienten

Kurzschaftprothesen stellen eine knochensparende Variante dar, insbesondere für jüngere Patientinnen und Patienten mit guter Knochenqualität.

Unsere Spezialistinnen und Spezialisten beraten individuell und wählen das Implantat, das optimal zu den Bedürfnissen und der Lebenssituation passt.

Narkoseverfahren und Schmerztherapie

Eine medizinische Fachkraft mit Maske vor einem Herzmonitor im Operationssaal, Abteilung Anästhesiologie und Intensivmedizin, Albertinen Krankenhaus, Hamburg-Schnelsen

Bei geplanten Operationen führen wir ein Aufklärungsgespräch durch, um mit Ihnen gemeinsam die beste Narkoseform für Sie auszuwählen.

  • Spinalanästhesie in Kombination mit lokaler Infiltrationsanästhesie +/- Sedierung
  • Vollnarkose mit Intubation
  • Systemische analgetische Therapie auf Station

Vorteile & Ergebnis

Nach einer Hüftendoprothese ist es unser Ziel, dass Sie so schnell wie möglich wieder mobil und selbstständig werden. Im Albertinen EndoProthetikZentrum profitieren Sie von modernsten Methoden, höchster Erfahrung und einem ganzheitlichen Behandlungskonzept:

  • Operation durch erfahrene Hauptoperateure – Ihre Operation wird ausschließlich von zertifizierten und besonders erfahrenen Operateuren durchgeführt.
  • Systematisches perioperatives Management – von der Vorbereitung über die Narkoseführung bis zur Nachsorge sorgen klare Standards für maximale Sicherheit und schnelle Erholung.
  • Keine Drainagen – für mehr Bewegungsfreiheit und weniger Schmerzen.
  • Einsatz von Tranexamsäure – senkt das Blutungsrisiko und stabilisiert den Kreislauf, separate Aufklärung.
  • Resorbierbare Hautnähte – die Fäden lösen sich von selbst auf, ein Fadenzug und Verbandwechsel sind nicht nötig.
  • Schnelle Mobilisation – bereits wenige Stunden nach der OP machen Sie die ersten Schritte, begleitet durch erfahrene Physiotherapeutinnen und -therapeuten.
  • Fast-Track-Konzept – ein strukturiertes Programm, das die Genesung beschleunigt, Komplikationen reduziert und den Krankenhausaufenthalt verkürzt.

Das Ergebnis: bessere Funktion, weniger Schmerzen und ein schnellerer Weg zurück in Ihren Alltag.

Geriatrische Komplexbehandlung

Für ältere Patientinnen und Patienten über 70 Jahre sowie für Menschen ab 60 Jahren mit zusätzlichen schweren Erkrankungen bieten wir eine speziell abgestimmte geriatrische Komplexbehandlung an. In unserer eigenen geriatrischen Abteilung werden Sie von einem hochqualifizierten interdisziplinären Team betreut, das sich auf die besonderen Bedürfnisse älterer Menschen spezialisiert hat. Ziel ist es, Ihre Selbstständigkeit zu erhalten und eine schnelle Rückkehr in den Alltag zu ermöglichen.

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